9. Juni 2017

Das Buch liegt daheim und man sitzt im Bus oder in der U-Bahn: Zum Glück hat man das Handy bereit zur Hand, um sich die Zeit zu vertreiben. Damit kann man sich zahlreiche Spiele-Apps runterladen, um sich zu beschäftigen. Noch praktischer ist es, wenn man beim Spielen was lernen kann.

Gamification heißt die Methode spielerische Elemente in einem „Nicht-Spiel“ – Umfeld einzubauen. So wird Gamification oft im Lernbereich eingesetzt, um Lernen unterhaltsamer zu gestalten. Dabei werden typische „Gaming“- Komponenten zu einem E-Learning-Kurs eingefügt, sodass der Lernende eine kleine Motivation bekommt während er lernt (er bekommt z.B. ein „Badge“ sobald er ein Modul abgeschlossen hat oder wird erst dann für das nächste Modul freigeschaltet).

Die sogenannten Serious Games sind im Gegensatz zur Gamification nicht in einer typischen E-Learning-Umgebung eingebettet, sondern sind tatsächliche Online-Spiele, die aber einen Lernwert und Lernziele verfolgen. Während des Spielens werden dem Spieler wichtige Kompetenzen und Fähigkeiten vermittelt. Mittlerweile haben viele Unternehmen den Mehrwert dieser Art des Lernens entdeckt und viele beschäftigen sich auch mit der Entwicklung solcher Serious Games.

Gamification und Serious Games sind nur zwei von vielen Arten das Lernen unterhaltsamer zu gestalten und Lerner dadurch für ein Thema zu begeistern. Dabei besteht die Möglichkeit, dass die Lerner in einer geschützten Umgebung echte Situationen spielerisch erkunden und neues Wissen gleich anwenden können.

Ein wichtiger Pluspunkt dabei ist auch, dass die Lerner durch das Fehler-Machen am besten lernen können: Sich über Fehler zu ärgern und auch das Umgehen mit Herausforderungen bleiben länger in Erinnerung. Ich persönlich erinnere mich am meisten an Fehler, die ich in einer Klausur gemacht habe und über die ich mich sehr geärgert habe – an die erinnere ich mit heute noch. Dasselbe gilt für neue  Herausforderungen: Wenn man vor einer Herausforderung steht und nicht genau weiß wie man sie lösen sollte, erinnert man sich am meisten an dem Erfolgsmoment, in dem man endlich die Lösung gefunden hat.

So bieten eine „gamified“ E-Learning-Umgebung wie auch ein Serious Game die Gelegenheit, ganz nebenbei, durch Fehler und durch Herausforderungen zu lernen. Die Lerner tauchen in die Spielwelt ein und empfinden Lernen als Unterhaltung. Ganz anders als wenn sie in einem Seminar sitzen oder ein WBT durcharbeiten müssen.

Übrigens: Am 10. Juni finden die GameDays 2017 in Darmstadt statt: Alles wird sich rund um das Thema Serious Games wie auch um Technologien und Methoden zur Erstellung und Auswertung von Serious Games drehen. Das Publikum kann an Workshops und auch an einer Rallye teilnehmen und die Spiele ausprobieren – nicht verpassen!

Stephanie Meyersieck
schreibt für den perspektive3 Blog. Ihre Spezialgebiete sind Kulturen, Sprachen und Kommunikation. Gerade lernt sie vieles über das Lernen und ist begeistert von den verschiedensten und neuartigen Methoden, die es in diesem Gebiet gibt.